Deutschland,  Reisen

Herbstausflug nach Freiburg

Was macht man, wenn man ursprünglich im Mai in die Schweiz verreisen wollte, die Pläne durch eine weltweite Pandemie ins Wasser fallen und die Bahn die Zugtickets nicht erstattet? Richtig. Da die Zugtickets ihre Gültigkeit bis Ende Oktober behielten, verbrachte ich ein Herbstwochenende in Freiburg und Umgebung.

Allgemeines

Altstadt Freiburg
Altstadt Freiburg

Freiburg wirbt selbst damit, die sonnenreichste Stadt Deutschlands zu sein. Leider konnten wir bei nass-kalten Herbstwetter hiervon nichts feststellen. Dennoch gibt es auch ohne Sonne in der Stadt und dem Umland einiges zu sehen.

Laut Wikipedia ist Freiburg jährlich Ziel von über drei Millionen Besuchern.

Anreise

Am bequemsten erreicht Ihr Freiburg mit dem Zug. Die ICE-Linie Frankfurt-Basel führt durch Freiburg. So erreicht Ihr die Stadt von Frankfurt in knapp zwei Stunden. Mit dem Auto dürftet Ihr mehr Zeit einplanen müssen, da auf der A5 sehr oft Stau ist.

Freiburg besitzt zwar einen kleinen Flughafen – landen könnt Ihr hier aber nur , wenn Ihr mit dem Privatjet anreist. 😉 Falls Ihr mit dem Flugzeug (z.B. aus Norddeutschland) anreisen möchtet, müsst Ihr nach Basel fliegen und von dort mit dem Zug nach Freiburg fahren.

Wenn Ihr in Freiburg angekommen seid und ein ÖPNV-Ticket benötigt, holt Euch am besten die Freiburg Welcome-Karte. Diese ist drei Tage gültig und kostet 26 €. Wir haben die Welcome-Karte als Handyticket gebucht. Hierzu müsst Ihr Euch jedoch vorher eine App downloaden.

Der Ticketautomat an der Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof nahm leider nur Münzgeld entgegen. Eine Zahlung mit Geldscheinen oder gar Kartenzahlung war hier leider nicht möglich.

Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten Freiburgs befinden sich überwiegend in der doch eher überschaubaren Altstadt. Vom Hauptbahnhof erreicht man nach nur zwei Straßenbahnstationen die Haltestelle „Bertoldsbrunnen – Stadtmitte“, von wo die meisten Straßenbahnlinien in alle Himmelsrichtungen verkehren.

Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass man in Freiburg auch alles gut zu Fuß erreichen kann.

Freiburger Münster

Das Freiburger Münster ist wohl das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Es befindet sich in der Altstadt und wird von dem Münsterplatz umgeben.

Es lohnt sich auch der Besuch im Münster, das außerhalb der Gottesdienst-Zeiten öffentlich zugänglich ist. Vor allem beeindruckend sind die Motive in den bunten Fenstern.

Auf dem Münsterplatz finden regelmäßig Märkte statt. Hier solltet ihr auch mal vorbeischauen und eine „Lange Rote“ essen, die in Freiburg einfach Kult ist.

Martinstor und Schwabentor

In Freiburg sind noch zwei der mittelalterlichen Stadttore erhalten – das Martinstor und das Schwabentor. Ihr erreicht beide in nur wenigen Minuten zu Fuß aus der Altstadt. Besonders „spektakulär“ fand ich es, wenn die Straßenbahnen durch die Tore fuhren – tolle Fotomotive! 🙂

Rund um den Münsterplatz

Direkt am Münsterplatz liegen einige historische Gebäude, besonders auffallend sind das historische Kaufhaus und die Alte Wache.

Das Historische Kaufhaus besticht mit siner roten Fassade und ist nicht zu übersehen. Die Fertigstellung des Gebäudes wird auf 1532 datiert. Der bedeutendste Innenraum ist der Kaisersaal, der heute als repräsentativer Veranstaltungsort dient und bis zu 350 Personen fasst. Einkaufen kann man hier jedoch leider nicht.

Die Alte Wache ist eine 1733 errichtete ehemalige Hauptwache, die heute das Haus der Badischen Weine beinhaltet, aber dazu später mehr. 🙂

Rund um den Hauptbahnhof

Auch in der Nähe des Hauptbahnhofes gibt es einiges Sehenswertes zu entdecken.

Das Highlight ist sicher das nur wenige Gehminuten entfernte Theater Freiburg, aber auch die „blaue Brücke“ (Wiwili-Brücke) ist spätestens seit der Netflix-Serie „Biohackers“ sehenswert, vor allem mit dem Blick auf die Herz-Jesu-Kirche.

Bächle

Die sog. „Bächle“ sind auch über die Stadtgrenzen von Freiburg sehr bekannt. Sie befinden sich nahezu in der kompletten Altstadt.

Es handelt sich hierbei um kleine „Wassergräben“ entlang der Gassen und Plätze der Altstadt. Im 12. Jahrhundert dienten diese sowohl als Trinkwasser- als auch Löschwasserquelle. Aufgrund der in den letzten Jahren zunehmend immer trockeneren Sommer, ist jedoch oft leider kein Wasser in den kleinen „Kanälen“. Wenn jedoch Wasser in den Bächle ist, kann man die sog. „Bächleboote“ beobachten. Leider blieb uns dieser Anblick verwehrt.

Schlossberg

Der Schlossbergturm

Wer Freiburg auch von oben sehen möchte, muss unbedingt auf den Schlossberg. Vom Stadtgarten fährt die Schlossbergbahn Euch für 5,50 € auf den Berg und wieder runter – dachten wir jedenfalls. Denn die Bahn fährt nicht wie wir dachten bis ganz nach oben sondern nur etwa bis zur „Mitte“.

Wenn Ihr also bis zum Schlossbergturm möchtet, müsst Ihr noch einige Höhenmeter zurücklegen. Meiner Meinung nach hat sich diese Bahn nicht wirklich gelohnt. Um wieder in die Altstadt zu gelangen haben wir den Fußweg über den Biergarten „Kastaniengarten“ genommen. Dort fährt nämlich auch ein kostenloser Aufzug und Ihr kommt am Schwabentor raus.

Pflastermosaike

Pflastermosaik

Ganz besonders haben mir in Freiburg die Pflastermosaike gefallen. Es handelt sich hierbei um Verzierungen gepflasterter Flächen – vor allem in der Altstadt.

Für die Mosaike werden bunte Rheinkiesel genutzt, die früher bei Niedrigwasser in den Rheinauen gewonnen wurden.

Sportveranstaltungen

EHC Freiburg gegen EC Bad Nauheim

Mit dem SC Freiburg hat die Stadt eine Fußballmannschaft, die sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich in der höchsten Spielklasse – der Bundesliga – spielt. Leider war es aufgrund der Corona-Auflagen nicht möglich ein Fußballspiel zu besuchen.

Allerdings hatten wir das Glück uns ein Eishockeyspiel des EHC Freiburg anschauen zu können. Der EHC Freiburg spielt in der DEL2, der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Falls Ihr dies auch vorhaben solltet, zieht Euch warm an, denn hier ist es deutlich kälter als in den modernen Multifunktionsarenen – eben noch eine richtige Eishalle.

Ausflugstipps ins Umland

Schauinsland

Wenn Ihr Euch auch die Freiburg Welcome-Karte gekauft habt, solltet Ihr diesen Ausflugtipp auf jeden Fall in Eure Planung einbinden.

Die Gondeln der Schauinslandbahn verschwinden im Nebel.

Ihr erreicht den Schauinsland, wenn Ihr die Straßenbahnlinie 2 bis zur Endstation Günterstal / Dorfstraße nutzt. Von dort fährt ein Bus bis zur Talstation der Seilbahn. Und nun das Highlight: In der Welcome-Karte ist die Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn bereits inbegriffen! Allerdings müsst Ihr beachten, dass Ihr Euch trotzdem an der Kasse anstellen müsst. Dort erhaltet Ihr dann eine ausgedruckte Fahrkarte.

Die Schauinslandbahn ist die längste Umlaufseilbahn Deutschlands. Sie hat eine Länge von über 3,5 km und es werden 746 Höhenmeter überwunden. Die Fahrtdauer beträgt 16 Minuten.

Falls Ihr einen Gruppenausflug (ab 12 Personen) macht, habt Ihr sogar die Möglichkeit Euch vorab eine „kulinarische Seilbahnfahrt“ zu buchen. Dann bekommt Ihr während der Fahrt leckere Köstlichkeiten serviert, von regional herzhaft bis raffiniert und edel.

Oben angekommen solltet Ihr unbedingt den Weg zum Schauinslandturm auf Euch nehmen. Von hier habt Ihr bei gutem Wetter einen tollen Überblick über den Schwarzwald und sogar Richtung Freiburg. Leider war uns die Sicht auf Freiburg wegen Nebel verwehrt. Der Aufstieg hat sich dennoch gelohnt!

Wenn Ihr genügend Zeit mitbringt, könnt Ihr von hier aus auch kleinere und größere Wanderungen beginnen. Empfehlenswert ist auch der kleine Skulpturenrundweg zurück Richtung Seilbahn. Zudem gibt es auf dem Schauinsland auch ein Bergwerk, das von Besuchern besichtigt werden kann.

Titisee

Den Titisee erreicht Ihr ab Hauptbahnhof mit der S-Bahn 1/10 in nur 45 Minuten. Auch diese Fahrt wird von der Welcome-Karte abgedeckt. Bei gutem Wetter bietet sich auch eine Bootsfahrt auf dem Titisee an.

Schiff auf dem Titisee.

Bekannt ist der Titisee vor allem auch durch den bekannten Kurort Titisee-Neustadt.

In Titisee selbst gibt es ein Märklin-Museum zu besichtigten und die Möglichkeit Adventure Golf zu spielen. Zudem gibt es in der Pizzeria Passarella nach eigenen Angaben die größte Steinofenpizza des Schwarzwaldes. Ob es tatsächlich die größte ist, kann ich nicht beurteilen, aber sehr lecker war sie auf jeden Fall. Hier lohnt sich ein Besuch! 🙂

Wer gerne Schwarzwälder Spezialitäten mit nach Hause nehmen möchte, sollte unbedingt mal bei Gutschers vorbeischauen. In der Seestraße befinden sich nämlich sogar drei Läden, wo Ihr die Genussvielfalt des Schwarzwaldes entdecken könnt. Ob Schwarzwälder Schinken, Wurst, Honig, Schnäpse, Liköre, Holzofenbrot oder tolle Geschenkideen – hier findet Ihr sicherlich was.

Falls Ihr Euren Urlaub in Titisee-Neustadt oder Umgebung verbringt, kann Ich Euch die SchwarzwaldCard* empfehlen. Sie ist 3 Tage gültig und berechtigt zu freiem Eintritt zu über 180 der spannendsten Attraktionen des Schwarzwaldes. Für Einzelpersonen kostet die Karte 40 €. Für 76 € habt Ihr sogar den Eintritt in den Europa-Park mitinbegriffen.

Europa-Park

An unserem Wochenendtrip nach Freiburg hatten wir leider keine Zeit dazu, dennoch kann ich Euch einen Besuch im Europa-Park sehr empfehlen. Vom Hauptbahnhof braucht Ihr mit Bus und Bahn etwas mehr als eine Stunde, mit dem Auto seid ihr in knapp 30 Minuten dort.

Ihr solltet morgens sehr früh dort sein, am besten kurz vor Parköffnung. Dann könnt Ihr Euch nämlich direkt an Euren Lieblingsbahnen ohne lange Warteschlangen anstellen.

Der Europa-Park ist nach dem Disneyland-Paris der zweitbesucherstärkste Freizeitpark Europas. Von der „Golden Ticket Award“-Jury (USA) wurde der Park im September 2019 zum sechsten Mal in Folge zum besten Freizeitpark der Welt gewählt.

Wenn Ihr Euch mehrere Tage im Schwarzwald aufhaltet und die SchwarzwaldCard* bucht, empfehle ich Euch die Option des Europa-Parks dazuzuwählen, da Ihr so „nur“ einen Aufpreis von 36 € zahlt statt dem regulären Eintrittspreis von 55 €.

Restaurant- und Bar-Tipps

Selbstverständlich will bei einem Städtetrip ja auch für die Verpflegung gut gesorgt sein, deshalb zum Abschluss noch ein paar Kulinarische Tipps.

Brauhäuser

Wahrscheinlich denkt man bei Freiburg als erstes eher an Wein als an Bier, doch in der Stadt gibt es einige Brauhäuser, so zum Beispiel die Inselbrauerei Feierling oder die Hausbrauerei Martins Bräu direkt unter der Markthalle. Bei beiden könnt Ihr sehr gut essen und hausgebrautes Bier genießen. Bei Martins Bräu gibt es jeden Monat eine andere selbst gebraute Sorte.

In der Craftbeer Lodge könnt Ihr sogar ein Bier-Tasting machen. Hier gibt es insgesamt über 500 verschiedene Biere. Viel Spaß beim Probieren! 🙂

Haus der badischen Weine

Wie ich oben schon erwähnte, befindet sich direkt am Münsterplatz die Alte Wache, welche heute das Haus der badischen Weine ist.

Hier könnt Ihr sehr guten Wein trinken und die Sonnenstrahlen auf dem Münsterplatz genießen. Falls draußen jedoch kein Platz sein sollte (was leider sehr oft der Fall zu sein schien), gibt es aber auch drinnen noch schöne Stehplätze an alten Weinfässern. Im 1. OG sind aber auch noch ein paar Sitzplätze.

Cocktails

Wer gerne einen Cocktail trinkt, dem kann ich die Bar „One Trick Pony“ sehr empfehlen. Hier gibt es Cocktails der etwas anderen Art, die nicht auf jeder üblichen Cocktailkarte stehen. Zwar sind die Drinks auch teurer als woanders, allerdings sehr gut gemischt. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Auf einen Drink im „One Trick Pony“
*

Bei den mit * markierten Links handelt es sich um sog. „Affiliate-Links“. Wenn Ihr über diesen Links etwas kauft, erhalte ich eine Provision. Euch kostet dies jedoch nichts mehr. 🙂

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.